Eigenschaften von Pfeilen

Auch wenn sich das der Anfänger kaum vorzustellen vermag, so ist der Pfeil doch sehr komplex. Er ist aus verschiedenen Materialien aufgebaut und ist ebenfalls sehr individuell. Mit individuell ist hier gemeint, dass man den einzelnen Schützen selbst in größeren Vereinen an seinem Pfeil eindeutig identifizieren kann.

Beginnen wir jetzt mit dem Aufbau eines Pfeiles. Das folgende Bild zeigt die Grundkomponenten eines Pfeiles. Die Beschriftung in Klammern ist die englischsprachige Bezeichnung.

Der Pfeil besteht also mindestens aus den vier Komponenten Spitze, Schaft, Fletch, und Nock. Ich schreibe mindestens, weil je nach Schafttyp noch die eine oder andere Komponente hinzukommen kann. Bei manchen Schäften benötigt man einen Adapter, um den Nock zu befestigen, bei anderen einen Adapter, um die Spitze einzusetzen. Manchmal benötigt man sogar beides. Die Fletches bestehen im Allgemeinen aus Kunststoff. Wenn man statt Kunststoff Federn nimmt, werden diese dann auch als Federn und nicht als Fletch bezeichnet.

Wichtig ist ebenfalls zu wissen, dass es verschiedene Schaftmaterialien gibt. Die gebräuchlichsten für das Compoundbogenschießen sind Schäfte aus Aluminium, Carbon, Alu-Carbon und Graphit. Diese haben teilweise recht unterschiedliche Eigenschaften und Preise. Die preiswertesten Schaftsorten sind Aluminium und die teuersten bestehen aus Alu-Carbon. In der folgenden Tabelle habe ich versucht, die Eigenschaften zusammenzustellen:

SchaftmaterialEigenschaften des Pfeils
Aluminium Aluminiumschäfte sind im Durchschnitt bei gleicher Steifigkeit im Vergleich zu Carbon oder Alu-Carbon schwerer und dicker. Deshalb werden sie gerne in der Halle geschossen. Da ein dicker Pfeil windanfälliger ist, wird er über mehr als 30m im Freien seltener geschossen. In der Halle versprechen sich einige aufgrund des höheren Durchmessers eine höhere Punktezahl.
Eine weitere wichtige Eigenschaft ist, dass sich Alupfeile verbiegen können. Wenn der Pfeil nicht zu stark verbogen ist, kann man ihn wieder richten.
Carbon Carbon Pfeile sind dort sehr beliebt, wo Alu weniger gerne geschossen wird, also hauptsächlich im Freien und auf größere Distanzen. Das liegt daran, dass diese dünner und leichter als Alupfeile sind. Damit sind sie weniger anfällig für Wind. Da sie leichter sind, fliegen sie auch schneller, was vor allem beim Schießen auf Ziele unbekannter Entfernungen ein Vorteil ist.
Carbonpfeile werden bei Überlastung nicht krumm, sondern brechen gleich. Beim Brechen neigen sie zum Splittern.
Alu-Carbon Die Alu-Carbon-Pfeile sind im Vergleich zu den anderen die teuersten. Man kann damit noch leichtere (z.B.: Easton ACE) oder auch dünnere (z.B.: Easton X10) Pfeile produzieren als mit Carbon allein. Sie bestehen aus einem dünnen Aluminiumschaft, der mit Carbon ummantelt ist.
Alu-Carbon Schäfte können sowohl brechen als auch verbiegen.
Graphit Graphit-Pfeile unterscheiden sich nicht wesentlich von Carbonpfeilen. Meines Wissens bestehen sie aus kleineren Partikeln. Sie verbiegen sich bei Überlastung daher auch nicht, sondern brechen.