Auf dieser Seite will ich einen Vergleich zwischen Gewehr, Pistole, Armbrust, Blankbogen, Recurvebogen und Compoundbogen versuchen. Der Vergleich betrachtet die nach meiner Meinung zentralen Eigenschaften der Anfangsenergie des Geschosses, die Art der Energiefreisetzung und die Anfangsgeschwindigkeit. Diese Eigenschaften sind deshalb von zentraler Bedeutung, weil z.B. die kinetische Energie ein Maß für die Wirkung ist, die mit dem jeweiligen Projektil erzielt werden kann. Für den Sportschützen ist die Startgeschwindigkeit aber um einiges wichtiger. Diese hat einen großen Einfluss auf die maximale Reichweite, die Windanfälligkeit und nicht zuletzt die Anfälligkeit der Treffgenauigkeit auf eine falsche Einschätzung der Entfernung zum Ziel. Der Grund liegt darin, dass die Flugbahn des Projektils um so flacher ist, je höher die Geschwindigkeit ausfällt.
Fangen wir also mit dem Gewehr an. Es hat erwartungsgemäß die durchschnittlich höchste Geschossgeschwindigkeit und die höchste Anfangsenergie in unserem Vergleich. Die Energiefreisetzung erfolgt durch Explosion des Pulvergemisches in der Patrone. Man kann aufgrund der verschiedenen Modelle nur den groben Bereich der Anfangsenergie angeben. Das hier abgebildete Sako TRG 42 mit Kaliber .338 Lapua Magnum bringt es zum Beispiel auf satte 6000 Joule. Wenngleich das Kaliber auch zum Spitzenfeld in Bezug auf Energiefreisetzung gehört und damit nicht unbedingt repräsentativ ist, liegt es mit der 60-fachen Anfangsenergie eines Compoundbogens weit jenseits von allem, was Sie im Bogensport erwarten können. Die Anfangsgeschwindigkeiten von Gewehren liegen zwischen rund 750m/s (Kaliber .308) und knapp über 1000m/s (Kaliber .300 WinMag).
Die Treffgenauigkeit eines Präzisionsgewehres liegt, aufgelegt geschossen, ebenfalls weit jenseits von Gut und Böse. Eine 2 Euro-Münze ist auf 100m Entfernung durchaus vergleichsweise sicher zu treffen.
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Die Schussleistung einer "normalen" Pistole liegt sehr weit unterhalb dessen, was man von jedem besseren Gewehr erwarten darf. Sie verfügt über eine Anfangsgeschwindigkeit von 200m/s bis 400m/s und eine entsprechende Anfangsenergie von 400-600 Joule. Auch die Treffgenauigkeit einer Pistole ist vergleichsweise schlecht. Auf 25m aufgelegt geschossen erhält man Streukreise von 4 bis 10cm. Ohne Auflage hat man sogar Probleme mit einem Bogen mitzuhalten. |
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Die moderne Armbrust hat eine vergleichbare Schussleistung wie der Compoundbogen, der weiter unten erläutert wird. Geschwindigkeiten bis zu rund 100m/s sind erreichbar. Mittels Muskelkraft wird die Sehne und der Pfeil in Schussposition gezogen. Die Anfangsenergie kann bis zu etwas über 130 Joule liegen. Über die Treffgenauigkeit habe ich leider keine Daten gefunden. Ich rechne aber damit, dass diese auf 25m die Pistole hinter sich lässt. |
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Der Jagdrecurve eine Weiterentwicklung des Langbogens steht hier für die traditionelle Form des Bogenschießens. Er hat Pfeilgeschwindigkeiten von bis zu 60m/s und wird zumeist mit Holzpfeilen, Naturfedern und Metallspitze geschossen. Er wird ohne Zielvorrichtung (Visier) verwendet. Die Startenergie beträgt etwas weniger als die Hälfte eines Compoundbogens mit gleichem maximalem Zuggewicht. Der moderne Recurve wird auch als olympischer Bogen bezeichnet. Er hat Pfeilgeschwindigkeiten von bis zu 80m/s und wird zumeist mit den gleichen Pfeilsorten wie der Compound geschossen, also hauptsächlich mit Pfeilen aus Aluminium, Carbon, Graphit and Aluminium-Carbon im Verbund. Genauso wie beim Compoundbogen wird der moderne Recurve auch mit Visier benutzt. Die Pfeile des Compoundbogens haben verglichen mit den Recurve-Bögen die höheren Anfangsgeschwindigkeiten und eine höhere kinetische Energie und können sogar schneller als 100m/s fliegen. Die kinetische Energie kann, wie im Abschnitt über die Armbrust bereits erwähnt, ebenfalls über 130 Joule liegen. Dies wird durch ein geschicktes System von Rollen erreicht. Auf die Einzelheiten gehe ich im Kapitel über den Aufbau des Compoundbogens ein. |
Bevor ich die obenstehenden Daten nochmal in einem Diagramm darstelle, möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass die kinetische Energie die Wirkung des Projektils, die es beim Einschlag verursacht, nicht vollständig erfasst. Ein Pfeil kann, mit einer Jagdspitze ausgerüstet, durchaus Ziele durchschlagen, wo eine Pistolenkugel nie eine Chance hätte. Seien Sie also vorsichtig im Umgang mit Pfeil und Bogen!
Das folgende Diagramm fasst noch einmal das Wesentliche zusammen: