Es ist für den Anfänger immer wieder erstaunlich, was man alles an Zubehör für den Compoundbogen benötigt. Mit dem nackten Compoundbogen können sie keinen einzigen Pfeil schießen. Man benötigt dafür mindestens eine Pfeilauflage. Aufgrund der relativen "Kürze" des Compoundbogens im Vergleich zum Recurve- oder Langbogen ist ein sogenanntes Release dringend empfehlenswert.
Darüberhinaus wird ein Compoundbogen eigentlich immer mit Visier geschossen. Man hat ein in der Sehne befestigtes Lochvisier - das sogenannte Peep Sight - und das verstellbare Visier (engl. sight), das am Mittelstück befestigt wird. Dazu kommt oft dann noch der sogenannte Stabi. Auf dieser und der noch zu erstellenden folgenden Seite werde ich versuchen, auf jedes dieser Teile genauer einzugehen.
Fangen wir also mit der sogenannten Pfeilauflage an:
![]() |
Die Pfeilauflage hat eine grundlegende Bedeutung für die Zielgenauigkeit des Bogens. Wie Sie an der großen Anzahl von Stellschrauben sehen können, kann die Pfeilauflage individuell an den Bogen angepasst werden. Man könnte sogar soweit gehen zu sagen, dass die Einstellung der Pfeilauflage die wichtigste Einstellung des Bogens ist. Genauer werde ich darauf im Abschnitt über das Pfeil/Bogentuning eingehen (Zur Zeit noch nicht erstellt.). |
Als nächstes will ich auf die Teile des Bogens eingehen, die dem Zielen mit dem Bogen dienen. Da wären, wie oben schon angesprochen, das sogenannte Lochvisier und das Visier zu nennen. Man unterscheidet zwischen den Target- und den Hunting (Jagd) - Visieren. Bei den Targetvisieren, die man meist beim Zielscheibenschießen einsetzt, wird meistens noch ein Scope eingesetzt, das das Ziel vergrößert darstellt.
Beginnen wir also mit dem Lochviser, dass auch oft mit dem englischen Namen Peep-Sight bezeichnet wird.
![]() |
Bei dem Lochvisier handelt es sich um ein entweder aus Plastik oder Metall geformtes Zubehörteil, dass im oberen Teil des Bogens einfach zwischen die Sehne gesteckt wird. Man hat damit einen definierten Punkt (das Loch im Lochvisier), von dem man aus durch das Visier zielen kann. |
Als nächstes werfen wir einen Blick auf das Visier.
![]() |
Das obere der beiden Bilder zeigt ein normales Targetvisier. Zu erkennen ist es an der charakteristischen Schiene, mit der die Höhe des Zielpunktes für die verschiedenen Entfernungen eingestellt werden kann. |
![]() |
Das Huntingvisier zeichnet sich dadurch aus, dass die häufig genutzten Enfernungen einen eigenen sogenannten "Pin" haben. Als Pin werden die Markierungen im Sichtfenster bezeichnet, die so aussehen wie Stäbchen. Wenn eine Entfernung geschossen wird, die nicht mit einem Pin markiert ist, wird einfach geschätzt. Bei guten Schützen funktioniert das ganz ordentlich. |
![]() |
Die beiden Bilder auf der linken Seite zeigen das Scope einmal in der Frontalansicht und zweitens im montierten Zustand von oben fotografiert. Das Scope ist im Allgemeinen mit einer kleinen Wasserwaage ausgerüstet. Dies erlaubt dem Schützen die leichtere Beurteilung, ob der Bogen gerade steht. Scopes können in verschiedenen Vergrößerungen gekauft werden. Das Scope wird erst durch die Betrachtung durch das Lochvisier halbwegs scharf. Ich schreibe absichtlich halbwegs, da man keine zu hohen Erwartungen an die Schärfe stellen sollte. Man sollte vor allem wissen, dass die Unschärfe mit der Vergrößerung wächst. Daher wird als übliche Vergrößerung meist maximal 3fach bis 4fach benutzt. |
![]() |
Ausgezogen wird der Compoundbogen im Normalfall mit dem sogenannten Release. Das aus dem englischen stammende Wort Release bedeutet soviel wie Auslösen. Das Release besitzt auch einen Auslösemechnanismus. Dieser fällt bei den verschiedenen Releasetypen äußerst unterschiedlich aus. Da diese unscheinbaren Teile in Relation zu ihrer Größe auch dazu noch ein kleines Vermögen kosten, sollten Sie ausprobieren, welches Release am besten zu Ihnen paßt. Ich will die meiner Meinung nach wichtigsten Auslösevarianten im Folgenden kurz erläutern:
![]() |
Anfangen will ich mit der wohl am häufigsten gewählten Variante unter den Auslösemechanismen. Man hat einen kleinen Hebel, den man mit dem Daumen oder in einigen Untervarianten auch mit dem kleinen Finger auslöst. Meist kann man den Punkt, an dem der Pfeil ausgelöst wird, einstellen. |
![]() |
Eine recht selten gewählte Art von Release-Aids stellt die Cascade-Familie dar. Das Besondere an dieser Familie ist, dass das Auslösen erst beim Loslassen des Triggers (Auslösers) erfolgt, d.h. man drückt den Trigger ganz durch und löst ihn wieder langsam. Die recht kleine Familie besteht aus zwei Modellen dem 8er und dem 10er. Während man das 10er Modell umschalten kann, damit es sowohl beim Eindrücken des Triggers als auch beim Lösen auslösen kann, ist das im kleineren Modell nicht möglich. Das 8er-Modell gibt die Sehne immer beim Lösen des Triggers frei. |
![]() |
Nicht unerwähnt lassen will ich auch die Auslöseart, die man Backtension-Releases nennt. Die Auslösung erfolgt hier durch Verdrehen des Releases. Man könnte auch sagen, dass das Release selbst der Auslösehebel ist. Der Name Backtension-Release oder deutsch auch als Rückenspannungs-Release bezeichnet kommt daher, dass das Lösen idealerweise durch Anspannen der Rückenmuskulatur bewirkt wird. |
Vergessen will ich ebenfalls nicht zu erwähnen, dass es manche Releases auch mit Halteschlaufe zur Befestigung am Handgelenk gibt. Dies empfinden manche als angenehmer beim Ausziehen des Pfeils. Wie wichtig eine gute Beratung gerade an dieser Stelle ist, kann gar nicht überbetont werden. Diese Beratung ist auch keinnesfalls durch eine Webseite zu ersetzen.
Kommen wir am Schluss noch zum sogenannten Stabi. Er hat im Wesentlichen die Funktion, Schwingungen und Vibrationen zu dämpfen. Es gibt auch hier verschiedene Formen, einmal in Form eines einzelnen Stabes, als Verbund mehrerer dünner Stäbe und nicht zuletzt gibt es ihn mit oder ohne Seitenstabilisatoren. Ich beschränke mich hier darauf, nur ein Modell zu zeigen: